Geschichte


Rückblick auf 150 Jahre

Die nachfolgende Zeitschiene gibt einen kurzen Überblick auf die wichtigsten Ereignisse der letzten 150 Jahre. Weitere Details finden sich in der Broschüre von 1987 zum 125-jährigen Jubiläum.

1862 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Mundelsheim,finanziert mit Mitteln eines Fonds, der bei der Auflösung der Handwerkszünfte eingerichtet worden war. Die Wehr erhält eine militärische Struktur mit Kommandant, Vizekommandant, festgelegten Zügen und einheitlicher Kleidung für 75 Mann. Regelmäßige Übungen finden statt, unentschuldigtes Fehlen wird bestraft.

1863 Erste Ausrüstung: Graue Jacken/Hosen Messinghelme, 12 Leitern, Seile, Signalpfeifen, Horn und Trommel für die Alarmierung im Brandfall, Schläuche und eine Feuerwehrspritze.

1873 Erster Einsatz: Ein durch Blitzeinschlag verursachter Brand in der Postgasse. Feuerreiter werden in fünf Nachbarorte ausgesendet, vier Wehren sind im Einsatz.

1873 Einsatz in Pleidelsheim.

1875 Großbrand in der Schlossbrauerei: 10.000 Zentner Malz und Gerste sowie das Brauereigebäude brennen völlig ab. Der Einsatz dauert inklusive Brandwache 6 Tage.

1886 Aufgrund der Landesfeuerlöschordnung muss die Wehrin eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt werden. Die geforderte Personalstärke von 153 Mann kann nicht mehr mit Freiwilligen gedeckt werden. Wer keinen Feuerwehrdienst leistet, muss eine Pflichtabgabe zahlen. Durch die Vergrößerung der Wehr sind umfangreiche Anschaffungen notwendig.

1896 Einrichtung der neuen Hochdruckwasserversorgung. Zu den vorhandenen Brunnen kommen nun 42 Hydranten. Ein zusätzlicher Hydrantenzug wird eingerichtet. Durch die Einrichtung der elektrischen Straßenbeleuchtung können Übungen nun auch bei Dunkelheit stattfinden. Das kommt den Wehrmännern entgegen, die tagsüber in der Landwirtschaft und im Weinbau tätig sind.

1898 Die Feuerwehr bekommt im damaligen Farrenstall (Bezeichnung in Baden-Württemberg für ein Gebäude, in dem die gemeindeeigene Vatertierhaltung betrieben wurde) in der Neuweilerstraße der Gemeinde ein eigenes Feuerwehrmagazin für die Löschgeräte.

1904 Die Wehr erhält eine eigene Kasse.

1905 Obwohl 113 Mann beim Brand einer Scheune in Mundelsheim im Einsatz sind, ist das Gebäude nicht zu retten. Für die Brandgeschädigten wird eine Haussammlung durchgeführt.

1912/13 Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums wird eine mechanische Leiter in Dienst gestellt (heute noch funktionsfähig erhalten), dadurch kann die Sollstärke der Feuerwehr von 139 auf 121 Mann verringert werden.

1914/15 Der 1. Weltkrieg beginnt und viele Feuerwehrmänner werden eingezogen. Beim Brand in der Neckarmühle sind durch die Generalmobilmachung überwiegend ältere Feuerwehrmänner vor Ort, die diese Aufgabe aber gut meistern. Die Mühle mit Elektrizitätswerk und die Sägemühle brennt dennoch komplett aus, wodurch die Gemeinde einige Wochen ohne Stromversorgung ist.

1919 Erste Hauptübung nach dem Ende des 1. Weltkrieges.

1921 Durch Gemeinderatsbeschluss wird die Pflichtfeuerwehr erneut in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Eine Satzung wird verabschiedet, die Wehr neu organisiert, die Gesamtstärke beträgt nun nur noch 112 Mann.

1923 Inflation: Die Vergütung für den Geräteverwalter Gottlob Weber erreicht im September die Höhe von 1 Million Mark und ist bei der zur Auszahlung wahrscheinlich nicht einmal das Papier wert.

1930 Durch den Funkenflug einer Dreschmaschine brennen zwei Scheunen, ein Schuppen und ein Hausdach ab. Durch den Einsatz von 3 Wehren gelingt es die angrenzenden Wohnhäuser zu retten.

1931 Feuerwehreinsatz wegen des Neckarhochwassers.Das letzte große Neckarhochwasser in Mundelsheim. Links unten ist das ehemalige Amanngebäude und die Verbindungsstraße nach Hessigheim erkennbar.

1933 Das Exerzieren in Dreier-Reihen wird eingeführt, probeweises Löschen von Brandbomben und Verdunklungsübungen finden statt. Alle 3 Jahre überprüft der Bezirksfeuerlöschinspektor die Wehr. Ihr wird ein besonderes Lob ausgesprochen, der Ausbildungsstand ist ausgezeichnet.

1934 Eine Motorspritze wird angeschafft und erstmals mit einer Schlauchleitung vom Mühlkanal am Neckar zur Kelter erprobt. Die Spritze kommt auch bei der Weinbergnutzwasserversorgung zum Einsatz.

1936 Die Feuerwehr wird gleichgeschaltet und eine neue Satzung notwendig, da die Feuerwehr ihre Weisungen nun von der Polizeiaufsichtsbehörde erhält.

1939 Ausbruch des 2. Weltkrieges: Wieder werden die jungen Feuerwehrmänner einberufen und viele kehren nicht zurück. Erneut müssen daher die Altgedienten einspringen, damit die Wehr einsatzfähig bleibt.

1945 Die erste Übung nach dem 2. Weltkrieg bedarf einer Genehmigung der Militärregierung.

1945-1952 Die Übungen werden sehr militärisch durchgeführt:„In 2er Reihen angetreten, stillgestanden, links um, im Gleichschritt marsch, weggetreten“. Dazu singt man: „Auf der Heide blüht....“ Die Jahreshauptübung wird meist als Nachtübung angelegt, danach geht es in ein Gasthaus. Zur Alarmierung der Wehr dienen die Sirenen auf der alten Schule und der Kelter.

1947 Durch die Verluste im 2. Weltkrieg ist es nötig, eine neue Mannschaft aufzubauen um die Wehr wieder auf die erforderliche Mannschaftsgröße zu bringen. Die Männer müssen durch viele Übungen geschult werden. Ihr erster Einsatz ist ein großer Brand im Hofkammerwald. Einige Wehrmänner weigern sich Abzeichen zu tragen, sie haben seit dem 2. Weltkrieg genug von Uniformen.

1956 Eine neue Satzung tritt in Kraft, die Aufgaben der Feuerwehr umfassen nun auch den Katastrophenschutz. Die Zentral-Feuerwehrwerkstatt der Stadt Ludwigsburg übernimmt die Betreuung des Schlauchmaterials. 
Ein Alarmplan für den Einsatz der Feuerwehren wird vom Landratsamt herausgegeben. Neben der Bekämpfung von Schiffsbränden kann die Feuerwehr auch zur Rettung von Personen oder Schiffen aus einer Notlage herangezogen werden. Weitere Kräfte werden in diesen Alarmplan aufgenommen. Für unseren Abschnitt ist die Feuerwehr Besigheim Ergänzungseinheit. 
Der Gemeinderat beschließt der zentralen Feuerwehrwerkstatt beizutreten. 

1965 Kauf des LF8 Opel Blitz. Die Einweisung erfolgt durch Kreisbrandmeister Karl Rode.

1970 Auf Grund eines Erlasses des Regierungspräsidiums werden alle Hydranten im Einsatzgebiet der Feuerwehr in einem Hydranten-Verzeichnis erfasst und zum besseren Auffinden mit Hinweisschildern versehen. Die Hydranten-Deckel wurden in den Wintermonaten regelmäßig von der Feuerwehr gefettet. Die beteiligten Wehrmänner werden anschließend mit einem Viertel Wein – einer damals wie heute gängigen „Währung“ entlohnt.

1971 Großbrand mit 70.000 DM Schaden in einer Polsterei, die in der Neckarmühle untergebracht war.
Annähernd 6000 Feuerwehrmänner treten in Stuttgart auf dem Schlossplatz zur Abschlussparade des Landesfeuerwehrtags an. Trotz großer Hitze von rund 30 Grad im Schatten gibt es für die in vollständiger Uniform angetretenen Kameraden keine Marscherleichterung. Reihenweise fallen bei der 1½ stündigen Veranstaltung Feuerwehrmänner um, die vom DRK versorgt werden müssen. Von den Mundelsheimer Kameraden wird der Spruch: „Dr Kittel bleibt a ond wenn d´Sonna a Loch neibrennt“ bis zur letzten Minute befolgt.

1972 Als eine der ersten Wehren im Landkreis hat eine Mundelsheimer Gruppe das Goldene Leistungsabzeichen abgelegt. Fast hätte eine Panne während der Prüfung alle vorherigen Anstrengungen zunichte gemacht. Der Schlauchtrupp hat statt des C-Rohrs ein B-Rohr mit nach vorne genommen, auf halber Strecke jedoch den Fehler bemerkt, ist dann zurück zum Fahrzeug gerannt und hat sich das richtige Strahlrohr gegriffen. Trotz dieser „Einlage“ wird die vorgeschriebene Zeit eingehalten und das Goldene Leistungsabzeichen anschließend gebührend gefeiert.

1974 Das Feuerwehrgerätehaus in der Neuweilerstraße wird eingeweiht und heute noch genutzt.

1976 Der technische Fortschritt macht auch bei unserer Feuerwehr nicht halt. Die Verantwortlichen sind stets darauf bedacht – jedoch immer mit Maß und Ziel für das Notwendige – auch hier Schritt zu halten. So ist es ein besonderes Ereignis als die ersten beiden tragbaren Funkgeräte in Betrieb genommen werden. Auf dem Foto erkennbar sind Schutzausrüstung und Kommunikationsmittel aus den letzten 100 Jahren (v. li. n. re.): Aktuelle Einsatzjacke, Einsatzjacke 90 Baden-Württemberg, Einsatzrock und Hose wie sie bis Ende der 80er Jahre verwendet wurden und aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dazu die verschiedenen Kommunikationsmittel. Das ständig wachsende Aufkommen von Gefahrguttransporten stellt die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Durch eine vom Gesetzgeber erweiterte Kennzeichnungspflicht gefährlicher Güter in Form von Zahlenkombinationen wird die Arbeit vereinfacht. Mit dieser sogenannten „Kemler Zahl“ (jetzt UN-Nummer) ist es heute noch möglich Gefahrstoffe rasch zu identifizieren.

1977 Die einheitliche Feuerwehrnotrufnummer 112 wird im Landkreis eingerichtet.

1978 In zunehmenden Maße müssen sich die Feuerwehren auch mit dem breiten Thema Strahlenschutz auseinander setzen. Als Grundlage hierzu führt das Innenministerium im August die Feuerwehrdienstvorschrift 9/1 Strahlenschutz-Rahmenvorschriften ein.
Um den Gefahren beim Atemschutzeinsatz gerecht zu werden musste die Feuerwehrdienstvorschrift FwDV7 neu überarbeitet werden. Unter anderem werden die Zyklen für die arbeitsmedizinische Untersuchung der Atemschutzgeräteträger verkürzt.
Am 5. August 1978 kann die Feuerwehr bei einer feierlichen Übergabe aus der Hand von Bürgermeister Hans Wetzel den Schlüssel für das TLF 8/24 entgegen nehmen. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen Prototyp für Baden-Württemberg mit einem Löschwassertank von 2400 Liter. Bürgermeister und Kommandant Helmut Späth haben sich für diese Beschaffung stark eingebracht und den Zuschlag für Mundelsheim – gefördert mit einem Landeszuschuss von 66% – erhalten. Anmerkung des damaligen Kreisbrandmeisters Werner Trefz bei der Übergabe: das Fahrzeug hat nur einen Fehler, es fehlt das Funkgerät. Der Unternehmer und Förderer der Feuerwehr, Anton Spaltenberger, fragt spontan: „Helmut, was kost des?“ Auf Grund einer Spende von Anton Spaltenberger kann dann noch im gleichen Jahr das Funkgerät eingebaut werden.

1979 Zusammen mit anderen Vereinen und Organisationen aus Mundelsheim wird im Turnus von zwei Jahren Ende August die „Sichelhenket“ gefeiert, die Feuerwehr ist von Anfang an dabei.

1981 Um sich dem Thema „vorbeugender Brandschutz“ noch besser widmen zu können, werden in diesem Jahr erstmals mit Schule und Kindergarten der Gemeinde Räumungsübungen durchgeführt.

1982 Mit der Installation der Funkfeststation im Gerätehaus und der Beschaffung von drei Funkalarmempfängern beginnt zaghaft das Zeitalter der Funkalarmierung. Mit den ersten drei Meldern werden Kommandant, Stellvertreter und ein Maschinist ausgestattet. Dadurch wird es möglich das TLF voll zu besetzen.

1885 Waldbrandübung

1992 Gründung der Altersabteilung.

1996 Fahrzeugübergabe Mannschaftstransportwagen MTW

1998 Kommandant Dietmar Freihofer wird von seinem Arbeitgeber Cooper Tools / Weller Tools mit dem Cooper Industries Volunteer Spirit-Award ausgezeichnet. Das Preisgeld wird für das Sicherheitssystem Dräger Bodygard an den Atemschutzgeräten verwendet.

1999 Beschaffung der Einsatzkleidung „Jäger-90“.

2001 Großbrand in der Hindenburgstr. 16

2002 Eine gemeinsame Ausrückordnung zusammen mit der Wehr von Hessigheim wird für den Schreyerhof ausgegeben.

2003 Gründung der Jugendfeuerwehr.

2005 Beim Feuer in der Höhengaststätte Schreyerhof wird die Freiwillige Feuerwehr Mundelsheim erstmals zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Hessig heim tätig.

2005 Für jahrzehntelange Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Mundelsheim erhält Martin Braunbeck die Silberne Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg.

2006 Großbrand in der Rathausgasse

2006 Die Feuerwehr geht mit ihrem ersten Internetauftritt online.

2007 Der Löschwasserbehälter an der Großbottwarer Straße wird außer Betrieb genommen.

2009 Im Januar wird das TLF8 verkauft, es wird heute in Afrika eingesetzt. 
Die Feuerwehr beteiligt sich am 1. Kinderferienprogramm.
Dem Wandel der Zeit Rechnung tragend geht die neu überarbeitete Internetseite online.
Offizielle Übergabe des HLF 20/16 durch Bürgermeister Holger Haist an die Feuerwehr. Das Fahrzeug kostet 360.000 €, wovon 205.000 € aus dem Nachlass des Mundelsheimers Richard Veigel finanziert werden. Zu Ehren des Spenders hat das Fahrzeug das Kennzeichen „LB-RV“ und eine Plakette erhalten.


2010 Der neue Autobahnalarmplan tritt in Kraft. Mundelsheim ist jetzt Ersteinheit – die Anzahl der jährlichen Einsätze verdoppelt sich. 
Mit der Eröffnung des Gemeindepflegehauses wird die erste Brandmeldeanlage zur Feuerwehr aufgeschaltet.